Österreichisches Parlament

Energieverteilung im österreichischen Parlament

Die Geschichte des österreichischen Parlaments geht zurück auf die erste parlamentarische Körperschaft:
den Reichstag. Der wurde nach der Revolution im Jahre 1848 mit dem Ziel gegründet, eine Verfassung zu erlangen. Damals wurden die Sitzungen der beiden Kammern, Herrenhaus und Abgeordnetenhaus, in getrennten Gebäuden abgehalten. 1871 wurde beschlossen, ein neues Parlamentsgebäude für beide Häuser zu bauen.

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Österreichisches Parlament

Energieverteilung im österreichischen Parlament

Der Architekt Theophil Freiherr von Hansen wurde mit der Ausarbeitung des monumentalen Projekts betraut. Er entnahm den Stil des Wiener Parlamentsgebäudes der griechischen Antike, denn wichtige staatsrechtliche Begriffe - wie z. B. "Politik" oder "Demokratie" - stammen aus dem griechischen Altertum. Eine weitere Symbolik schuf Hansen, indem für den Bau des Parlamentsgebäudes Materialien aus fast allen Kronländern der Monarchie herangezogen wurden. So sollte das Bauwerk das Zusammenströmen aller Kräfte "der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder" im Wiener Parlamentsgebäude versinnbildlichen. Schon damals besaß das Gebäude imposante technische Ausrüstungen: eine autonome Heizanlage und eine für damalige Zeiten geradezu revolutionäre Belüftungsanlage.

Betriebssicherheit

Auch nach der teilweisen Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges wurde beim Wiederaufbau auf eine weitgehende Versorgungsautonomie des Parlaments Wert gelegt. Nationalrat und Bundesrat, wie die beiden parlamentarischen Kammern seit der Ausrufung der Republik Österreich heißen, müssen jederzeit und insbesondere im Katastrophenfall die materiellen Voraussetzungen für ihre Tätigkeit gewährleistet wissen.
Deshalb stand bei der letzten Erneuerung der elektrischen Energieversorgung die Betriebssicherheit an oberster Stelle. Die Parlamentsdirektion begutchachtete in einer ausführlichen Prüfungsphase Referenzanlagen. Nicht zuletzt durch das ausgewogene Preis-Leistungsverhältnis entschied man sich für das modulare Schaltanlagensystem MODAN 6000 von Moeller.

Unterbrechungslose Versorgung

Das elektrische Energieversorgungssystem besteht im wesentlichen aus zwei Trafoeinspeisungen mit 800 kVA, wobei hier ein möglicher Ausbau auf 1.000 kVA berücksichtigt wurde. Aber diese Trafoeinspeisungen erfolgt die normale Energieversorgung vom Netz des Energieversorgungsunternehmens (EVU) auf je ein Sammelschienensystem mit Kuppelmöglichkeit. Parallel zu einer Trafoeinspeisung wirkt auf die Sammelschiene ein 1.000 kVA Generator. Damit eine unterbrechungslose Versorgung sichergestellt ist, wird im Normalbetrieb bei EVU-Einspeisung der Generator zum Motor und betreibt eine angebaute Schwungmasse. Bei EVU-Netzausfall wird der Generator bis zum kurzfristigen Einsatz des Dieselaggregates über die Schwungmasse angetrieben und übernimmt unterbrechungslos die Energieversorgung.
Gemäß des Realisierungskonzeptes mußte in einer möglichst kurzen Unterbrechungsphase die vorhandene Niederspannungshauptverteilung durch das MODAN 6000 Verteilersystem in Einschubtechnik MDPW/MDMW ersetzt werden. Der Niederspannungshauptverteiler besteht aus 20 Feldern zuzüglich zwei Feldern mit Blindstromkompensation. Außerdem ist auch der Verteiler für die Klimaanlage als siebenfeldriger
MODAN 6000 mit Motorstarter-Abgängen in Einschubtechnik realisiert. Alle Einspeisungen, Kupplungen, Energieabgänge und Motorstarter sind als Leistungsschalter/Fernantriebskombinationen ausgeführt. Das ermöglicht eine selektierte Überwachung der Funktionszustände sowie die Ansteuerung entweder vor Ort über die einzelnen Bedientableaus an den Einschüben oder von der zentralen Leitwarte.


Steuern aus der Ferne

Alle Informationen aus den Energieverteilern MODAN 6000 werden dezentral von Erweiterungsmodulen EM4/lokalen Erweiterungen LE4 aufgenommen und über den Feldbus Suconet K an das übergeordnete Automatisierungssystem PS416 weitergeleitet. Dieses System übernimmt alle Steuerungsaufgaben in den Verteilern bis hin zur automatischen Netzumschaltung. An das Automatisierungssystem PS416 ist über die SUCOM-A Schnittstelle ein PC basierendes Prozeßvisualisierungssystem ZenOn-VIS angeschlossen. An einem 21 Zoll-Farbmonitor mit Touch-Bedienung lassen sich die Betriebszustände der Schaltanlagenfelder in Prinzipschaltbildern und in Aufbauplänen darstellen. Außerdem können die einzelnen Steuerfunktionen der Einspeisungen, Kupplungen und Abgänge über das Visualisierungssystem ferngesteuert werden.
Auftretende Anlagenfehler werden an einem angeschlossenen Farbdrucker protokolliert.

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